EIN ZAUBERHAFTES-RELIGIÖSES FEST
Die berühmteste “Rapa das bestas”, die in Galizien gefeiert wird, findet jeden Sommer in der Gemeinde San Lorenzo de Sabucedo (A Estrada) statt.
Diese Gemeinde besteht aus 3 Dörfern: Sabucedo, Devesa und Barbeira zählen insgesamt ungefähr 50 Einwohner. Diese Zahl verdoppelt sich an den Wochenenden und vervielfacht sich am Wochenende der “Rapa das bestas”.
Obwohl das Fest am Anfang einen eher weltlichen Charakter vermittelt, deutet doch alles auf den engen Zusammenhang mit der Kirche hin. Es handelt sich um ein “zauberhaft -religiöses Fest” – kann sein, dass das etwas komisch erscheint, aber schon der Name von Sabucedo fällt unter diese charakteristik. Die Etymologie bezeichnet den Namen Sabucedo mit “sabucus” oder “sambucos”, das aus den Latainschen kommt und “sabugueiro” (sauco) Holunder bezeichnet die Pflanze mit heilenden Wirkungen, die auch als der geweihte Baum gesehen wurde.
Man weiss nicht genau, wann die Bewohner von Sabucedo anfingen sich mit den Pferden zu beschäftigen.
In den Steingravierungen in “La Terra de Montes” (galizische Region) aus den 18.- ten bis zum 8.- ten Jahrhundert vor Christi Geburt kommen Pferde vor, viele mit Reitern, die versuchen die Tiere zu domestizieren und wenn man noch eine gewisse Beziehung dazu annimmt, versuchen die Leute der Gemeinde den Ursprung einer mündlich überlieferten Legende zu erhalten, die von einer Pest berichtet, die dieser Region übel mitgespielt hat. In dieser Situation versprachen zwei Schwestern aus dem Dorf , San Lourenzo zwei Pferde, wenn er sie von de Krankheit beschützt – und so ist es passiert.
Während der Pest zogen sich dei zwei Schwestern in ein vom Dorf entfernten Lager zurück, und als die Krankheit überstanden war, spendeten sie die Pferde der Kirche. Obwohl seine schriftlichen Daten die Wahrheit der mündlichen Überlieferung bestätigen, haben sich bestimmte Ortsnamen erhalten wie “O coto da Cabana” (der Gipfel der Lagerhütte) “Carballeira das Vellas” (der Eichenwald der Alten) oder “Fonte das Vellas” (die Quelle der Alten) und man fand auch schriftliche Überlieferungen über die Beulenpest in dieser Gegend aus dem 16.- Jahrhundert- jedenfalls sind die ersten schriftlichen Daten der “Rapa” (wie man sie heute noch feiert) aus dem Jahre 1682. In dieser Legende wiederholt sich die Verbindung mit der Kirche.
Die “Rapa das Bestas” von Sabucedo, die neuerlings auch zum Interesse des InternationalenTurismus erklärt wurde, erhält die Tradition der Vorfahren der letzten Jahrhunderte. Das einzige was sich seitdem geändert hat, ist der Zeitpunkt des Festes. Früher fand es am Pfingst Sonntag statt und wahrscheinlich gab es zwei Abtriebe. Heute findet das Fest im Sommer statt - am ersten Juliwochenende - und es gibt auch nur einen Bergabtrieb der Pferde ins Dorf.
Das Fest beginnt am frühen Morgen des ersten Julisamstages mit einem Feuerwerk, dass die Leute aufruft die Messe der Eucharistie in der Morgendämmerung zu besuchen, in der man San Lourenzo um Schutz bittet für alles was das Fest mitsichbringt.
Nach der Messe machen sich die jungen Leute aus Sabucedo, den Nachbargemeinden und auch auswärtige Leute aus der ganzen Welt auf den Weg mit einem Stock, um die verschiedenen Pferdeherden (“greas”), die frei in den Berg wäldern rund um Sabucedo und den Nachbargemeinden wie Quireza, Souto, Cuntis oder Campo Lameiro leben, zusammenzutreiben. Vor dem Abtrieb ins Dorf versammeln die Leute die Herden in einer Bergzone, die man “Peon” nennt.
Heutzutage gibt es in dem Bergen genau soviele private Tiere, wieTiere des “Santo” (Heilig-Wildpferde), die sich von den anderen unterscheiden, weil sie eingeschnittene oder markierte Ohren haben, was so viel bedeutet, dass dieseTiere fast auf dem Niveau wie ein Heiliger stehen.
Aus diesem Grunde darf es nicht mehr Leithengste der privaten Pferde geben, als die der Wildpferde.
Am Mittag findet dann der Abtrieb (“a baixa”) der Pferde aus den Bergen ins Dorf statt. Die Pferde werden geleitet von den jungen Leuten, den nicht mehr ganz so jungen Leuten und von den Knechten, die im leichten Schritt die Pferde bis nach Sabucedo treiben, wo sie sich auf einem Gelände überhalb von Sabucedo ausruhen. Dort können sie bei Speiss und Trank Kräfte sammeln, um einige Stunden darnach mit Mut dem Kampf Körper an Körper mit den jungen Leuten aus Sabucedo standzuhalten.
In diesem Jahr 2011 wird der Abtrieb nicht am Samstag, sondern schon am Freitagabend durchgeführt, damit sich die Tiere etwas mehr ausruhen und nicht so stressen.
Am Samstagnachmittag findet die erste “Rapa” statt in einer halbkreisförmigen Steinkonstruktion – eine neueKreation. (Der alte Platz ist noch genau neben der Kirche erhalten).
Das Ereignis der Rapa ist nicht nur das Abschneiden des Rosshaares der Pferde, sondern auch der vorhergehende Kampf, Körper an Körper. (Mensch <->Wildpferd) und die Bewegungsunfähigkeit des Tieres. Der Festakt der “Rapa”, der früher auch ein ökonomisches Ende hatte, mit demVerkauf des Rosshaares, fängt mit dem in die Engetreiben der Pferde an. Die Jüngsten trennen die Fohlen (bichiños) von der Gruppe damit sie nicht getretenen oder verletzt werden von den ältren, und dabei mit der Aktivität der “Rapa” vertraut gemacht werden. Danach ergreifen die “aloitadores” (Kämpfer, die sich in den letzten Jahren vereinigt haben) ein Pferd (sie wenden sich speziell den Wildpferden zu) und kämpfen Körper an Körper ohne Hilfsmittel-nur mit Körperkraft und Geschicklichkeit. Diese Art von Kampf hat sich von Generation zu Generation vererbt: zwei “aloitadores” gehen auf den Kopf und einer auf den Schwanz des Tieres. Einer der beiden, die den Kopf ergreifen, sollte der sein, der auf das Pferd springt und reitet. Ein bischen spatter kommt der zweite ihm zu Hilfe. Wenn der zweite ereicht, sich in der Kopf Mähne festzuhalten, sollte der auf dem Pferd sitzt absteigen. Gleichzeitig sollte der dritte “aloitador”, der hinten am Schwanz des Pferdes ist, dieses mit einigen Bewegungen aus dem Gleichgewicht bringen.
Dieses Ritual wird am Sonntagmorgen (der Tag mit der meisten Zuschauerflut) wiederholt und auch am Montag, der Tag, an dem die Follen markiert werden, was bedeutet, dass ihnen ein Schnitt in den Ohren zugefügt wird und sie so mit geweiht sind und der Herde des Heiligen zugehören.
Gegen Mittag beginen die Pferde ihren Rückweg auf die Berghöhen. Wiehernd umgruppiert jeder “garañón” (Leithengst) seine Herde. Auf diese Art wird die Herde von San Lourenzo von Sabucedo wieder ein Jahr auf den Besuch in ihrem Dorf warten, das Dorf der Leute von Sabucedo, die über Jahrhunderte hin die Tradition pflegten und pflegen, ihre Pferde zu ernähren und gegen Menschen, Wölfe und Feuer zu verteidigen.

